Theilenhoven (Bayern) 11.11.2014

Theilenhoven (Bayern) 11.11.2014

Exkursion 11.11.2014 nach Theilenhoven (Bayern)

Bei dem Ankauf einer alten Sammlung sind mir zwei schöne Pleuroceras-Ammoniten von der Fundstelle Theilenhoven in Bayern schon ins Auge gefallen, die mir sehr gut gefielen. Da der Bestimmungszettel mit "Theilenhover Felder" beschrieben war, musste es sich zudem um eine Ackerfundstelle handeln. Nach kurzer Internetrecherche stellte ich fest, dass dem tatsächlich so war. Allerdings befindet sich die Fundstelle in Bayern, rund 400 Kilometer von Köln entfernt kurz vor Nürnberg. So hatte ich eine Tour dorthin zwar im Hinterkopf, aber tatsächlich nicht durchgeplant.

Nunmehr war es am Anfang der Woche so, dass zum einen der 11.11. anstand, ein Termin, an dem in Köln karnevalstechnisch viel los ist, womit ich aber nach langjähriger Alkoholabstinenz nunmehr wirklich nichts mehr anfangen kann. Da aber der 11.11. zudem ein Tag ist, an dem man als Kölner nun wirklich nicht ruhigen Gewissens arbeiten kann, nahm ich mir spontan frei und machte mich auf den Weg nach Bayern.

Unterwegs wunderte mich, dass ich ein Bundesland nach dem anderen passierte. In NRW gestartet, fuhr ich zunächst nach Rheinland-Pfalz, dann über Hessen nach Baden-Württemberg und landete schließlich in Bayern, aber dies nur am Rande. Theilenhoven liegt zwischen Gunzenhausen und Weißenburg, ca. 50 Kilometer westlich von Nürnberg. Zu finden sind dort Aufschlüsse aus dem Jura, genauer aus dem oberen Lias, somit aus der Hochzeit der Dinosaurier.

Die fundträchtigen Acker befinden sich direkt neben einem antiken Römerbad, von dem noch die Grundmauern zu sehen sind. Diese antike Stätte wurde von mir in Augenschein genommen, sie ist frei zugänglich. So konnte ich neben Natur auch ein wenig Kultur mitnehmen. Auf dem Acker, der an das Römerbad angrenzte, konnte ich dann das erste Fossil finden. Es handelte sich um einen Negativabdruck eines Teiles eines Ammoniten. Auf dem Acker fand ich nach kurzer Suche jedoch nichts mehr. Ich wusste einfach noch nicht genau, wonach man schauen musste. Am Weg schlug ich dann einen Stein auseinander und fand im Inneren tatsächlich einen Pleuroceras. Von außen war die Struktur nicht zu erkennen, so dass ich mehrere Steine zunächst wahllos aufschlug. Dabei stellte sich heraus, dass Material, welches von außen "ammonitenförmig" aussah, nicht mehr solche enthielt, als anders geformte. Die Struktur des Ammoniten setzt sich somit nicht unbedingt in dem umfassenden Gestein fort. Auch ist das Gestein relativ hart und spaltet sich nicht entlang der Ausformung des Fossils. Dies lernte ich jedoch relativ schnell und konnte derart einige Ammoniten bergen. Um so schöne Pleuroceraten zu erhalten, wie aus der Sammlung, bedürfen diese aus den vorgenannten Gründen jedoch einer Präparation.

Leider war mein Aufenthalt an der Fundstelle relativ kurz, da ich noch an diesem Tag zurückfahren musste. Aber wenigstens habe ich Ammoniten gefunden und dies war schon etwas besonderes für mich, da einem solche in der Eifel nicht wirklich vor den Hammer kommen. Als Sammler sollte man ja schon einmal Ammoniten gefunden haben und dieser Punkt der To-do Liste ist nunmehr abgehakt. Außerdem war es durch die Autobahnfahrt ein schöner "Roadtrip" mit kleinem Selbsterfahrungscharakter. Schließlich ist ja der Weg das Ziel.

 

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