Luxemburg - Gryphaea arcuata

Luxemburg - Gryphaea arcuata

Luxemburg - Gryphaea arcuata

Luxemburg - Gryphaea arcuata

Luxemburg - Gryphaea arcuata

Luxemburg - Gryphaea arcuata

 

Als fleissiger Internetsurfer stiess ich in diversen Foren und beim Mineralienatlas auf Vorkommen des Fossils Gryphaea arcuata in Luxemburg.

 

Gryphaea ist eine ausgestorbene Muschelgattung, die mit den Austern verwandt war. Ihre fossilen Schalen werden vor allem in den Schichten des Jura (von vor rund 200 Millionen Jahren bis vor 135 Millionen Jahren) gefunden. Im Volksmund werden die Fossilien auch als "Zehennägel des Teufels" bezeichnet und so sehen sie auch aus, wie sich herausstellte.

 

Da ein Freund von mir, Michael, vor geraumer Zeit mit seiner kleinen Familie von Köln nach Luxemburg gezogen war, beschloss ich das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und einen Besuch mit einer Exkursion zu verbinden. Michael sagte zu mich beim "Knochensammeln" zu begleiten.

 

Ich fuhr dann Samstag nach Luxemburg. Die Fahrt von Köln zog sich in die Länge, da ich von Köln aus dem ersten Schild nach Luxemburg folgte und daher über Landstraße fuhr, anstatt weiter auf die Autobahn Richtung Trier zu fahren. So wählte ich zwar den kilometertechnisch kürzeren Weg, war aber länger unterwegs.

 

In Luxemburg angekommen wurde dann Sportschau geguckt und der Abend klang beim Portugiesen in Röser bei einem leckeren Bierchen aus.

 

Am nächsten Tag programmierte Michael die Koordinaten in sein Internethandy ein (nützlich, na klar) und los gings.

 

Das erste Ziel war eine Ackerfundstelle, gelegen zwischen Haller und Waldbillig, im Nordosten von Luxemburg. An der Fundstelle angekommen, wunderte sich Michael ziemlich, dass wir hier einfach in der Landschaft anhielten. Nach der Frage "Und jetzt" sagte ich, wir sollten uns einfach mal die Äcker näher ansehen. Das taten wir dann auch und entdeckten quasi auf den ersten Blick die ersten Fossilien. Schnell war eine ganze Tupperdose davon gesammelt und Michael war erstaunt, dass solche Funde sich direkt vor seiner "Haustür" finden liessen.

 

Die Gryphaea´s, die wir dort fanden, waren relativ groß (ca. 4-5 cm), von kräftigem Grau und detailreich. Allerdings waren viele Exemplare durch den Pflug des Bauern beschädigt. Es konnten jedoch auch ausgezeichnete Stücke geborgen werden.

 

Die zweite Fundstelle, die wir besuchten, waren die Äcker um Burmerange im Südosten von Luxemburg. Hier war im Internet zu lesen, dass anlässlich des Baus eines Autobahntunnels vor Jahren eine sehr ergiebige Fundstelle bestand, die Halden aber mittlerweile abgefahren sind. Auf den Äckern sollten jedoch noch Funde möglich sein. So fuhren wir nach Burmerange und parkten probehalber auf einem kleinen Parkplatz unweit des Dorfes, an den ein Acker angrenzte. Schon beim ersten Blick auf den Acker sahen wir auch hier bereits die ersten Fossilien.

 

Auch hier war schnell eine Tupperdose voll gesammelt. Die Fossilien an dieser Fundstelle sind ein wenig kleiner, hellgrau und nicht so detailreich. Allerdings wurden hier mehr unbeschädigte Exemplare gefunden.

 

Von der Ausbeute und dem Spaßfaktor war der Tag ein voller Erfolg.

 

Michael, der beruflich mit Autisten zusammenarbeitet, nahm unsere Exkursion zum Anlass mit seinen Schützlingen auch mal auf Fossiliensuche zu gehen. Nach seiner Aussage waren seine Leute voll bei der Sache, so dass der Tag auch therapeutischen Wert hatte. Zudem stellte Michael fest, dass einige der Fossilien innen mineralisiert waren.

 

Einige Zeit später besuchte ich Michael erneut, diesmal nicht zum Fossiliensammeln, sondern um eine Wanderung duch das Müllertal, die luxemburgische Schweiz, zu unternehmen. Das Müllertal erwies sich als wildromantische Gegend mit bizarren, wünderschönen Felsgebilden. Mein Tip ist daher: Bei einem Tagesbesuch in Luxemburg kann man bequem morgens Fossilien sammeln und nachmittags noch eine schöne Wanderung unternehmen. So groß ist Luxemburg nicht und Fossilien sind bei dem gehäuften Vorkommen schnell gefunden.

 

Fotos: Luxemburgische Schweiz

 

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Fazit: Auch wenn Gryphaea ein häufig anzutreffendes Fossil ist, haben die Besuche in Luxemburg sehr viel Spaß gemacht und es konnten schöne Exemplare gefunden werden.

 

Zum Verkauf stehende Exemplare von Gryphaea können unter diesem Link erworben werden.