Eifel - Fossilien Prümer Mulde II vom 17.05.2012

Eifel - Fossilien Prümer Mulde II vom 17.05.2012


Prümer Mulde II

Vatertag 2012 - Fossilien der Prümer Mulde

 

Endlich steht mir wieder ein fahrbarer Untersatz zur Verfügung. In Köln braucht man ja normalerweise kein Auto, aber ohne sind leider keine Mineraltouren möglich.

So bin ich dann am 17.05.2012 - nachdem ich meine Familie in der Nordeifel tags vorher besucht hatte - mal wieder in Richtung Westeifel losgefahren, der Fossilien wegen. Begleiter hatte ich keine, am Vatertag und bei schönem Wetter hatten wohl alle besseres zu tun ;) .

Als erstes steuerte ich das Gewerbegebiet von Weinsheim an. Meine Lieblingskorallenfundstelle - ein Acker direkt neben dem Gewerbegebiet - war jedoch grün und es stand meterhoher Raps darauf. Aber welche Überraschung, wo letztes Jahr neben diesem Feld noch eine Wiese war, war nunmehr gepflügt und ebenfalls ein Acker. Ja, eine frische Fundstelle dachte ich mir und wollte direkt auf das Feld. Dann bemerkte ich jedoch die zarten Pflänzchen, die aus der Ackerkrume sprossen. Als verantwortungsbewusster Sammler ;) verzichtete ich darauf, den Acker zu betreten und suchte nur den Rand ab.

Die Ausbeute konnte sich jedoch sehen lassen: Massenweise war die Koralle Mesophyllum maximus zu finden, die in ihrer verknoteten Wachstumsform an "versteinerten Ingwer" erinnert, wie einmal eine Besucherin auf einer Mineralienmesse befand. Die Korallenstränge waren bis zu 10 cm groß, Auch andere Korallen fanden sich in Handstückgröße. Desweiteren waren auf zwei Fundstücken Reste von Trilobitenpanzern zu entdecken. Möglicherweise lasse ich einen präparieren, da dieser sich in die Matrix "eingräbt". Auf diesem Handstück sind neben dem Panzer noch eine Koralle, Brachiopoden, sowie Seelienstielglieder zu finden. Ein repräsentativer Querschnitt durch die devonische Fauna...

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          Ausbeute an Korallen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Koralle Mesopyllum maximus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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   Koralle Hexagonaria quadrigeminum

 

 

 

 

 

 

 

 

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Trilobit in Matrix neben Koralle und Brachiopode

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausbeute wurde in das Auto verstaut und ich nahm erst einmal einen kleinen Imbiss zu mir. Nach der Stärkung fuhr ich die zwei Kilometer in Richtung Gondelsheim, um die auch im Internet oft beschriebenen Äcker zwischen Gondelsheim und Weinsheim zu besuchen, die bekannte Breachiopodenfundstelle. Als ich dort ankam, stand auch hier der Raps in voller Blüte. Wieder suchte ich den Ackerrand ab, gab nach der magere Ausbeute von zwei winzigen Brachiopoden aber auf.

Mir fiel jedoch ein, dass ich mal gehört hatte, in der Prümer Mulde brauche man nur hartnäckig genug Äcker, Böschungen und Baustellen absuchen und man werde schon fündig. So fuhr ich aufs Geratewohl weiter, zunächst nach Gondelsheim hinein und dann in Gondelsheim Richtung Bundesstraße. Nachdem die Bahnlinie kreuzte, stellte ich mein Auto an einem Feldweg ab. Rechter Hand untersuchte ich den (wiederum gerade bepflanzten) Acker und fand auch nach ein paar Metern einen kleinen Brachiopoden. Als jedoch auf den weiteren fünfzig Metern am Ackerrand kein weiterer Brachiopode zu fnden war, gab ich zunächst auf und ging über die Straße zu dem auf der anderen Seite gelegenen Acker. Hier dasselbe...ein Brachiopde zur Motivation und dann die nächsten 100 Meter weiter Richtung Bundesstraße nichts mehr.

Ich wusste jedoch intuitiv, dass hier was zu finden war und wollte noch einen letzten Versuch unternehmen. Ich ging zurück zur Bahntrasse und untersuchte den Ackerrain entlang des dort verlaufenden Weges...und wurde fündig. Nach kurzer Zeit hatte ich ca. 20 recht schöne, mittelgroße Brachiopdoden eingesammelt. Brachiopoden werden oft mit Muscheln verwechselt. Im Gegensatz zu diesen haben sie jedoch Bauch- und Rückenschale, während Muscheln eine linke und eine rechte Schale haben (grob gesagt...). Es handelt sich um unterschiedliche Tiergattungen. Zudem sind Brachiopoden meist nicht frei im Wasser beweglich, sondern mit einem Stiel an einer Basis (Meeresgrund, andere Tiere) verankert.

Hier nun Fotos der Ausbeute:

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  Brachiopden 17.05.2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Brachiopde Gondelsheim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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   mittelgroßer Brachiopde (ca. 3 cm)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zufrieden mit der Ausbeute machte ich mich wieder auf den Weg. Es ging weiter nach Schönecken, wo ich in der Vergangenheit schöne Platten mit Negativabdrücken von Muscheln und Brachiopden (in Kanada nennt man solchen Muschelschill "Hash plates"), teils auch mit "echten" Fossilien, gefunden habe. Allerdings gab meine alte Fundstelle im Wald östlich von Schönecken nicht mehr viel her. Bis auf ein Handstück mit einigen Abdrücken war nichts zu finden (bis auf mehrere Ameisennester, die ich beim Drehen der Stene offenlegte). Beeindruckend war jedoch das massenhafte Vorkommen eines mir bis dato unbekannten Insekts, dass aussah wie der Druid aus Star Wars, der dieses Appartement in der Hauptstadt des Imperiums aufsuchte.

Dann gings zurück nach Köln, wo die Fundstücke gereinigt und sortiert wurden.

FAZIT:

Endlich mal wieder Feldarbeit! Eine schöne Tour bei herrlichem Vatertagswetter mit tollen Funden. Leider haben die Bauern jetzt Mitte Mai (da wohl gerade die Eisheiligen vorbei sind) gerade viele Äcker bepflanzt beziehungsweise viele Äcker standen in voller Blüte. So konnten nur die Ränder untersucht werden. Aber schon das hat sich gelohnt.

 

Glück auf,

 

Michael