Eben- Emael 02.07.2010

Eben- Emael 02.07.2010

Eben- Emael 02.07.2010

Am 02.07.2010 wurde eine Exkursion nach Eben-Emael in Belgien unternommen. Eben-Emael liegt ungefähr 10 Kilometer südlich von Maastricht. Dort befinden sich zwei Kreidesteinbrüche. Denjenigen der Firma CBR besuchten wir.

Wir, dass sind Christoph und ich. Die Sammelgenehmigung wurde im Vorfeld problemlos organisiert. Es war nur eine Haftungsverzichterklärung zu unterschreiben. Zudem waren während dem Aufenthalt in dem Steinbruch Helm und Warnweste zu tragen (selbstverständlich).

Geologisch findet sich in dem Steinbruch Gestein aus der Oberkreide (Maastrichter Formation). Das untersuchte Material ist damit ca. 65 Millionen Jahre alt.

Am Steinbruch angekommen, fanden wir zunächst unseren Ansprechpartner nicht vor. Nach telefonischer Rücksprache teilte dieser mit, er würde an diesem Tag (es war ein Samstag) nicht arbeiten, wir sollten die Formulare unterschrieben auf den Tisch legen, mit der Sammelerlaubnis ging alles klar.

Daraufhin machten wir uns auf den Weg zur weithin sichtbaren Abbaustelle, der Wand. Der Weg beträgt ca. 450 Meter. Wir legten ihn zunächst auf einer Piste für Kipplader zurück, die auch an diesem Tag fuhren. Der erste Kipplader, der vorbeifuhr - bei den Lastern handelt es sich um solche mit mannshohen Reifen und die Fahrer sahen wie Legomännchen aus - hielt an und zeigte auf einen neben der Piste befindlichen Fussweg, den wir doch benutzen sollten. Dies taten wir dann auch. Christoph und mir war die Piste schon von Anfang an zu gefährlich vorgeommen, gerade weil die Lasterfahrer wohl im Akkord arbeiteten und dementsprechend schnell fuhren.

Dem Fußweg folgend, landeten wir schließlich in einer Sackgasse. Da wir nicht über die Piste laufen wollten (das ist echt gefährlich), bahnten wir uns einen Weg durch Dickicht und Morast bis wir schließlich am Fuß der Steilwand ankamen. Genauer gesagt waren wir am Geröllfeld der Wand angekommen, diese selbst bafand sich eine Etage höher. Wir entschlossen uns jedoch, unsere Sammeltätigkeit hier zu starten, da viele Kreidebrocken hier herumlagen.

Mit Hammer und Meißel bewaffnet, machten wir uns daran, die Brocken auf Fossilien zu untersuchen. Von außen war an vielen Stellen weißer Muschelchill zu entdecken, der jedoch eher für Mikrofossiliensammler interessant gewesen wäre. Nach wenigen Minuten entdeckten wir dann den ersten Belemniten. Das Kreidematerial ist sehr brüchig und zerbröselt leicht. Das macht die grobe Arbeit mit Hammer und Meißel zwar einfacher, jedoch die feine Arbeit zur Bergung der Fossilien sehr schwierig. So zerbrach leider dieser Belemnit.

Eine Säge wäre angebracht gewesen, um die Fossilien transportgerecht zu bergen. Leider hatten wir eine solche nicht dabei. Jedoch entdeckten wir noch weitere Belemniten, teilweise mit sehr schönen Spitzen. Mit der Zeit wurden auch unsere Bergungstechniken besser. So konnten wir einige sehr schöne, ca. 6 - 10 cm lange Stücke bergen.

Dann machte Christoph einen schönen Fund, einen Seeigel. Aber auch dieser überstand die vorsichtig durchgeführte Bergung nicht.

Zudem fanden wir kleine Muscheln, die in dem weißen Kreidegestein als Matrix ganz einfach sehr pittoresk aussehen. Auch diverse Belemniten wurden mit Matrix geborgen. Diese Stücke sehen durch den Kontrast zwischen dem weißen Matrixmaterial und den braunen Fossilien sehr edel aus.

Um 13.00 Uhr entschlossen wir uns die Exkursion zu beenden, da die Steinbrucharbeiter um 13.30 Uhr Feierabend machten und dann auch für Besucher geschlossen ist. Christoph wollte jedoch noch "einen Fund machen". Nach kurzer Suche fand er dann noch einen Belemniten in der Steilwand, in 4 Meter Höhe. Zum Glück war das Geröll so aufgeschichtet, dass Klettern problemlos möglich war. So konnte auch noch dieser Belemnit geborgen werden.

Danach fuhren wir nach Maastricht, besuchten dort den Markt und ließen den Tag im "Mississipi" ausklingen ;).

FAZIT: Gefunden wurden vor allem Belemniten, die in der weißen Kreidematrix sehr schön aussehen, sowie Muscheln. Die begehrten Krebsscheren haben wir leider nicht gefunden. Die Bergung der Fossilien erwies sich aufgrund des brüchigen Materials als schwierig.

 

Eigenfunde, die zum Verkauf stehen, können unter diesem Link erworben werden.